DLM 2018

Tag 5: Ein Kantersieg zum Schluss

Ohne despektierlich sein zu wollen: Ein Sieg gegen das Saarland war schon Pflichtsache. Unsere beiden Zwerge waren wieder als erstes fertig und brachten gute Ergebnisse mit. Paula übersah leider ein Dauerschach und kam über ein Remis nicht hinaus. Alle anderen hielten sich an den Fahrplan, wobei ich von Julians Sieg am meisten überrascht war. Den hatte zumindest ich nach dem Partieverlauf nicht erwartet. Leonid freute sich über seinen dritten Sieg als Trainer und den bis dahin höchsten. Am Ende standen 7,5 Punkte auf dem Konto. Unterdessen wurde ich über die Ergebnisse der Vorrunde auf dem Laufenden gehalten und konnte mich zwar nicht über unser Abschneiden in Würzburg, aber immerhin über die Ergebnisse aus Berlin freuen. Am Ende werden wir mit 7 Mannschaftspunkten 14. – drei Plätze hinter unserem Setzlistenplatz, aber immerhin punktgleich mit Platz 9. Mit der Titelverteidigung hat es also nicht gaaaaanz gereicht. Woran es lag? Das wird Cheftrainer Leonid am besten beantworten können, verschiedenste Theorien sind im Umlauf. Mir gefällt die Variante „letztes Jahr viel Glück, dieses Jahr mehr Pech“ ganz gut. Am erfolgreichsten sind noch Luise und Leonid: beide ungeschlagen, Luise mit 3,5/5, Leonid mit 2,5/3

Bei der Siegerehrung hielt Leonid noch eine aufwendig vorbereitete Rede, die viel Applaus und Beachtung fand. Doch dann mussten wir uns sputen und erreichten grade noch rechtzeitig den IC Richtung Göttingen. Einem reibungslosen Umstieg folgte eine pünktliche Ankunft in Berlin. Unterwegs stiegen Pia und ich in die Geheimnisse des Tower of London ein und verbrachten die Zugfahrt damit sinnvoll mit Vortragsvorbereitung.

Übertragung und Ergebnisse gibt es auf der DLM-Homepage der DSJ.

Tag 4: Die Rache der Besiegten

Letztes Jahr gewannen wir überraschend gegen Baden 1 und legten damit den Grundstein für unseren Meistertitel. Dieses Jahr reichte es nicht mal für Baden 2 :-(. Sind wir nun dieses Jahr nicht so gut drauf oder waren wir letztes Jahr besonders gut drauf – oder beides? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass heute die Badische B-Auswahl unseren Vorjahressieg egalisieren konnte.
Teamchef Leonid hatte die Überraschung ausgepackt und wir ließen Paula – immerhin ehemalige Badenerin – raus. Da hätten die Gegner ganz genau vorbereitet. Doch viel half das nicht. Als erstes waren unsere beiden Zwerge mit unschönen Ergebnissen unten. Aber als erfahrener Psychologe mit Spezialisierung auf Krisen- und Traumasituationen (also v.a. Niederlagen nach Gewinnstellungen) konnte schnell ausgeholfen werden. Auch Amina holte nicht das gewünschte Ergebnis. Die drei Niederlagen brachen uns dann leider das Genick. Leonid kam über ein Remis nicht hinaus. Nicis und Raphaels Anschlusstreffer waren zwar erbaulich, allerdings konnten Amina und Julian aus ihren Stellungen nicht mehr als jeweils einen halben Punkt rausholen. 3,5 gegen Baden 2. Naja, ist halt der Wurm drin dieses Jahr. Morgen geht es gegen das Saarland…

Den Nachmittag nutzten wir unterschiedlich. Leonid war unterwegs beim Fußball, Raphael „chillte“ und ich war mit den Kleinen in der Stadt unterwegs. Erst ging es durch die Weinberge auf die Festung Marienberg, wo wir eine sehr schön Aussicht genossen – und ein Eis. Würzburg zeigte sich von seiner besten Seite mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Weiter gingen wir zur Innenstadt, weil die Kleinen nochmal in den Gummibärchenladen wollten. Doch am Samstag ist Würzburg bei diesen Temperaturen ziemlich voll, zumal auf der alten Mainbrücke Markt war. Pia blieb an jedem Stand voller Nippes stehen, während der Rest ungeduldig wartet um die Menge hinter sich lassen zu können. Der Gummibärchenladen verdiente gut an uns. Es gab auch einige Stände auf dem Marktplatz und sogar eine typisch bayrische Blaskapelle. Morgen geht die DLM zu Ende und wir hoffen zumindest unseren Setzlistenplatz noch zu erreichen.

Ich habe mir übrigens einen ordentlichen Schnupfen eingefangen und leide seit Mittag vor mich hin. Doch gutes Wetter und Nachrichten von der 1. Vorrunde machen die Qualen erträglicher.

Tag 3: Wir halten die Mitte

Waren die  Sachsen letztes Jahr noch unsere Meistermacher – dank ihres Sieges gegen Baden in der letzten Runde wurden wir Meister – schenkten sie uns dieses Jahr nichts. Die 2:6-Klatsche war schon heftig. Ich durfte danach die Reste unserer Hintermannschaft aufwischen, weil Leonid noch spielte und die Bretter 4, 5, 7 und 8 über vergebene Chancen jammerten („Ich stand besser, dann hab ich unnötig <beliebigen Zug einsetzen> gezogen und deswegen verloren.“). Man sollte die Berliner Trainerausbildung um „Grundlagen der Psychotherapie in Krisensituationen“ erweitern – und eine gewonnene Partie zu verlieren scheint hier sogar den Weltuntergang zu toppen. Die Stimmung in Caesars Lager in Vesontio muss ähnlich gewesen sein. Naja, Wunden lecken, die meisten hatten sich dann zur 2. Runde wieder beruhigt.

In der ging es gegen Württemberg 2. Wir waren an fast jedem Brett DWZ-mäßig besser aufgestellt, sodass ein Sieg hätte drin sein sollen. Cheftrainer Leonid hatte zur Überraschung der Gegner Julian ausgewechselt, damit deren Eröffnungsvorbereitungen ins Leere gehen. Das ging anscheinend auf und wir konnten standesgemäß 6:2 gewinnen. Erneut haderte Nici mit seinem Schicksal in besserer Stellung anstelle von Ke1 nicht das bessere Ke3 gezogen zu haben. Gustaf und Amina steuerten frühzeitig auf Remis zu, aber die anderen hatten mehr oder weniger frühzeit den Punkt auf dem Brett. Paula spielte die längste Partie, weil sie das Bauernendspiel in ein schweres, aber dann irgendwann doch gewonnenes Damenendspiel mit vielen Schachs abwickelte.

Morgen ist nur die Vormittagsrunde. Es wartet Baden 2. Paula hat übrigens ihre Matheklausur mit 1,0 als Kursbeste bestanden, ist jetzt nicht mehr 24/7 aufgeregt und kann nachts wieder schlafen.

Tag 2: Knapper Sieg gegen Bremen + NDS

Wir spielten die kürzeste und die längste Partie. Julian kam bereits nach 45 min raus und hatte gewonnen. Da hat der Gegner ziemlich frühzetig eine Qualität + Bauer weggestellt. Paula folgte mit ihrem Sieg, doch danach mussten wir bei unseren beiden u12ern Tränen trocknen, da sie ärgerlich aus teils deutlich besseren Stellungen verloren. 2:2, doch die Mehrheit der anderen Bretter sah nicht gut aus. Niclas verlor dann auch und ärgerte sich. Leonid konnte hingegen das Steuer herumreißen und gewann, wie auch Amina, die aber nie gefährdet war. Moritz hatte eine Stellung „kann evtl. bei ganz genauem Spiel noch Remis werden“ und musste das auch halten um uns den Sieg zu holen. Nach 5 h 20 min hatte er dann aber die Remisstellung erreicht und wir hatten knapp gegen Bremen (+ Niedersachsen) gewonnen.

Der Nachmittag war frei. Ich war mit der u14-Abteilung, Paula und Pias Mama in der Stadt zum Eisessen und Hosenkaufen. Spontan wurde der Gummibärchenladen geplündert. Das Wetter war super und die Temperaturen sollen weiter steigen.

Morgen ist wieder Doppelrunde und wir spielen gegen Sachsen 1.

Tag 1: Misslungener Start

Runde 1 gegen Hessen

Gegen starke Hessen wollten wir unsere Felle eigentlich teuer verkaufen. Danach sah es zuerst auch aus, da Cheftrainer Leonid nach den ersten Zügen ankam und sich über die Vorbereitung freute, die überall aufs Brett kam. Doch die Freude sollte nicht lange halten. Zwischendrin standen die meisten zwar irgendwie gut bis sehr gut, aber irgendwie hat’s dann doch nicht gehalten bzw. man übersah in den wichtigen Stellungen die richtigen Züge. Lediglich Niclas‘ Sieg war der Silberstreif und auch Luises ausgekämpftes Remis war schön anzusehen. Am Ende standen wir mit 1,5 Punkten da wie Titelverteidiger so dastehen #WM2018.

Die zweite Runde war dann etwas erfolgreicher. Aber auch nur etwas. Der Städtevergleich ging in die erste Runde: Hamburg galt es zu besiegen. Auch hier kam die Vorbereitung, die Gustaf gut umsetzen und früh gewinnen konnte. Paula folgte auf dem Fuße. Doch dann sollte es unschön weitergehen. Raphael rennt nach 2 Runden seiner Form hinterher und Julian hatte ziemlich starke Gegner bisher. Niclas haderte zu Recht mit sich selbst, konnte aber schnell wieder aufgebaut werden. Amina spielte lang und brachte uns schließlich den Anschlusstreffer, sodass man wieder hoffen durfte. Moritz spielte am längsten und beim besten Willen konnte ich da nicht mehr als Remis erkennen. Doch Moritz‘ Kampf sollte am Ende belohnt werden. Er holte den ganzen Punkt und unser Mannschaftsremis. Eigentlich wollten wir gegen die Hansestädter mehr holen, doch die 2017er-Form haben wir leider noch nicht erreicht.

Morgen wird nur eine Runde gespielt und es wartet die Spielgemeinschaft aus Bremen und Niedersachsen und damit der andere Stadtstaat. Nachmittags wollen wir in die Stadt gehen. Leider gibt es hier weder Kirmes noch Oktoberfest. Mal schauen, was wir stattdesse finden.

Zum Mittag gab es heute übrigens typisch bayerische Spezialitäten, was nicht bei allen Preußen auf Gegenliebe stieß. Da Weißwurst mit süßem Senf meiner Zunge nach was sehr leckeres ist, war heute wiedermal ein Fleischtag in meinem Flexitarierdasein.

Eigentlich fotografiere ich mein Essen ja nicht, aber wann sieht ein Preuße schonmal Weißwurst? Das war übrigens das Mittagessen… Es gab noch Salat und Nachtisch.

Tag 0: Anreise (mit der Deutschen Bahn)

Diesmal konnte sie wirklich nichts für die Verspätung. 18:20 Uhr sollten wir in Würzburg ankommen, 19:45 Uhr waren wir es wirklich. Der ICE hatte bereits in Berlin 60 min Verspätung (Notarzteinsatz), was nicht wieder aufgeholt werden konnte. Aber chaotische Anreisen zu Deutschen Meisterschaften sollten wir gewohnt sein. Gottseidank gabs noch was zu futtern in der Jugendherberge. Zur Betreuerbesprechung schaffte ich es auch noch rechtzeitig. In der Zeit bezogen die Spieler ihre Zimmer. Pia und Mama haben es im DZ etwas ruhiger. Die drei großen Mädels kommen mit 3 MVPlern unter. Nici und Gustaf sind ebenfalls mit 3 (ruhigen) MVPlern in einem Zimmer und die 4 großen Jungs sowie meine Wenigkeit haben ein 4-Bett-Zimmer + Zustellbett. Der Ausrichter, die Bayerische Schachjugend, war wohl von dem überraschenden Andrang (16 von 17 Landesverbänden, davon 4 mit zwei Mannschaften) etwas überrascht, sodass sich eine etwas knappe Bettenausstattung ergibt. Die Vorbereitung von Trainer Leonid fand dann auf engstem Raum statt. Wer fährt eigentlich zur Mission Titelverteidigung?
u20: Leonid Sawlin
u20: Raphael Lagunow
u18: Moritz Greßmann
u16: Julian Nöldner
u14: Niclas Hommel
u20w: Paula Wiesner
u16w: Luise Schnabel
u16w: Amina Fock
u12: Gustaf Klühs
u12w: Pia-Rosa Praus

Gesetzt sind wir an 11 von 20 und spielen morgen an 1 gegen Hessen. Bis auf Brett 1 sind wir an jedem Brett von der DWZ her unterlegen. Mal schauen, was wir draus basteln. Die Partien werden mit 15 min Zeitversatz übertragen.

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