Von verzerrten Kindern und Hexenhäusern…
Am Samstag, den 12. April 2014, fanden sich um 10:30 Uhr insgesamt 26 experimentierfreudige Mädchen vor dem Science Center Spectrum ein, um die Welt der Naturwissenschaften spielerisch zu erkunden. Die Betreuung der Kinder übernahmen dieses Jahr Maxi, Olaf und Claudia.
Insgesamt acht interessante Themenbereiche auf vier Etagen gab es zu erkunden und bereits in der Mittagspause war klar, dass die in der Planung angedachten zwei Stunden nicht ausreichen würden, um alle Experimente im Spectrum zu sehen … Aber der Reihe nach …
Bevor es richtig losging, wurden auf Claudias Wunsch hin erst einmal Namensschilder angefertigt und mit bunten Osteraufklebern aufgehübscht. Auch die Betreuer fertigten für sich ein Schild an, wobei Olaf von seinen Schachmädels aus der Käthe-Kollwitz-Oberschule ein ganz individuell gestaltetes bekam.
Der erste Versuchsaufbau, den das Spectrum bot, war das foucaultsche Pendel, ein über alle vier Stockwerke angebrachtes Fadenpendel, welches anschaulich die Erddrehung zeigt. Dazu werden jeden Morgen im Kreis kleine Stifte aufgestellt, die im Verlauf des Tages durch das Pendel alle umgeworfen werden. Jedes Mal, wenn die Kinder an diesem Pendel vorbei kamen, wurden eifrig die bereits gefallenen Stifte gezählt.
Direkt im Anschluss nutzten einige Mädels das Angebot des Spectrums, einen Scherenschnitt zum Thema „optische Täuschung“ anzufertigen. Dazu wurden die Profile der Kinder mit Hilfe einer Lampe als Schatten an die Wand geworfen, der Umriss gezeichnet, doppelt ausgeschnitten und sich anschauend auf ein schwarzes Blatt Papier geklebt. Herausgekommen sind kleine, individuelle Kunstwerke, die einerseits zwei zueinander gewandte Gesichter, andererseits auch einen schwarzen Kelch darstellen.
Um 12:00 Uhr trafen wir uns alle am Hexenhaus wieder, ein Haus, dass sich um die eigene Achse dreht und den im Inneren auf einer fest montierten Bank Sitzenden das Gefühl vermittelt, sich selbst zu drehen. Schließt man die Augen, ist dieser Effekt ganz schnell wieder vorbei. Überwogen während des Wartens eher Ungewissheit und Angst bei einigen Kindern, so kamen doch alle erstaunt über die optische Täuschung und lächelnd wieder aus dem Häuschen heraus.
Im Anschluss wurde erst einmal eine Mittagspause eingelegt. Im Bistro des Spectrums packten wir unsere Mittagsversorgung aus; einige kauften sich Brezeln im Shop. Eigentlich war danach der Besuch des Technikmuseums eingeplant, doch noch hatten wir lange nicht alles im Spectrum gesehen…
Also ging es wieder die vier Stockwerke hoch und runter. Viel Spaß hatten die Mädchen im Spiegelkabinett des Spectrums. In konvexen (nach außen gewölbten) Spiegeln betrachteten wir unsere dicken Abbilder, in gewellten Spiegeln wurde unser ganzer Körper verzerrt, so dass wir manchmal nur ganz kurze Stummel- und manchmal unendlich lange Modelbeine hatten. Besonders faszinierend war für die Kleinsten eine doppelt gekoppelte Schaukel, bei der zwei Schaukeln so miteinander verbunden waren, dass die Schwingungsenergie der einen Schaukel auf die andere übertragen wird und somit sich eine der beiden Schaukeln immer wie von Geisterhand zu bewegen beginnt. Bei einem Reaktionstest traten die Mädels gegeneinander an und zeigten, dass sie schneller reagieren können, als ihre Betreuer (und die waren schon nicht schlecht!). Respekt zeigten die meisten vor der Blitzmaschine. Mit lautem Knall wurden mit Hilfe eines Teslatransformators entgegen gesetzte Spannungen erzeugt, die zu beeindruckenden Blitzen führten. Zum Abschluss wurde noch die oberste Etage des Spectrums in Beschlag genommen. Hier drehte sich alles um die Akkustik. Auf einer Gitarre, deren Saiten nur aus rotem Licht bestanden, wurde ein Lied angestimmt; der Frage, wie eine Türklingel funktioniert, wurde nachgegangen … und und und …
Gegen 14:00 Uhr fanden wir uns wieder im Foyer ein. Jeder bekam ein Eis spendiert und wir machten uns auf den Weg in das benachbarte Deutsche Technikmuseum.
Gerade die kleineren Mädels waren ganz schön geschafft, sodass wir uns entschieden zuerst gemeinsam in den Museumsgarten zu gehen und dort eine kleine Pause einzulegen. An der großen Windmühle angekommen, wurde diese gleich inspiziert und wer es nicht lassen konnte, tat es Olaf gleich und schmierte sich seine Hände mit Schweinefett ein. Einige schnappten sich danach die mitgebrachten Schachbretter und erklärten ihrer Freundin die Schachregeln, spielten kleine Minispiele oder auch Tandem. Der Großteil der Mädels „Bienenkönigin“, eine der vielen Unterarten von Fangen. Auch Olaf wurde zum Fangen spielen genötigt, entzog sich später aber dem Spiel und gesellte sich zu Maxi und Cecilia, die sich mit Skat und Doppelkopf beschäftigen wollten. Eine handvoll Mädels gingen noch mit Claudia das Technikmuseum erkunden, insbesondere wurde der Museumsgarten durchforstet und ein Blick in die Lockschuppen geworfen.
Um 16:15 Uhr packten wir unsere Sachen und gingen zurück zum Eingang des Spectrums, wo um 16:30 Uhr die Eltern ihre Mädels zum Teil ganz schön übermüdet abholten.
Auch dieser Girlsday war wieder ein voller Erfolg! Mit einer so hohen Teilnehmerzahl hatte ich vorher nicht gerechnet. In der zweiten Jahreshälfte wird es definitiv wieder einen Tag nur für die Mädchen geben. Vorschläge können gerne bei mir eingereicht werden.
Ansonsten möchte ich mich noch bei Mama Katrin Martin bedanken, die uns den ganzen Tag durch das Programm begleitete und den ein oder anderen Blick mit auf die wilden Mädels hatte.
Hier die Fotos von Claudia und Olaf:
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